{"id":54,"date":"2016-03-08T10:53:38","date_gmt":"2016-03-08T10:53:38","guid":{"rendered":"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/?p=54"},"modified":"2018-12-06T10:54:05","modified_gmt":"2018-12-06T10:54:05","slug":"8-maerz-2016-internationaler-frauentag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/?p=54","title":{"rendered":"8.M\u00e4rz 2016 &#8211; Internationaler Frauentag"},"content":{"rendered":"<p>Der kurz Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen f\u00fcr die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. M\u00e4rz begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg und zielte vor allem auf die Gleichberechtigung und das Wahlrecht f\u00fcr Frauen.<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br \/>\nwie jedes Jahr ist am im 8. M\u00e4rz an den Internationalen Frauentag zu erinnern. Mittlerweile ist man\/frau, was derartige Sentenzen betrifft, im Konkurrenzkampf mit\u00a0<em>almost everybody\u00a0<\/em><br \/>\n\u2013 Feiern und Veranstaltungen scheinen einander zu jagen.<br \/>\nLaut Wikipedia, einer durchaus m\u00e4nnerdominierten Spezialeinheit, die Gedrucktes akzeptiert \u2013 nicht Geducktes duzend und bl\u00f6de hinterfragt \u2013 gibt es um das Datum die Debatte zwischen 19. M\u00e4rz und eben dem 8.<br \/>\nDie Italiener befanden schon 2010, da\u00df es 100 Jahre w\u00e4ren, wir hatten die Feier erst 2011.<\/p>\n<p>Jedenfalls wird der 8. M\u00e4rz in Angola, Armenien, Aserbaidschan, Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgistan, Laos, Madagaskar, Moldawien, in der Mongolei, in Nepal, Russland, Sambia, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, der Ukraine, Usbekistan, Vietnam, Wei\u00dfrussland und Zypern als gesetzlicher Feiertag begangen. In der Volksrepublik China ist der Nachmittag f\u00fcr Frauen arbeitsfrei.<\/p>\n<p>Einigkeit herrscht nicht \u00fcbers Feiern &#8211; die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Redin zum Beispiel wandte sich gegen \u201edas Feigenblatt eines symbolhaften Tages\u201c und stellte im M\u00e4rz 2008 fest: \u201eSolange wir einen Frauentag feiern m\u00fcssen, bedeutet das, da\u00df wir keine Gleichberechtigung haben. [\u2026] Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.\u201c<br \/>\n2010 pl\u00e4dierte Alice Schwarzer f\u00fcr eine komplette Streichung des Tages: \u201eSchaffen wir ihn [\u2026] endlich ab, diesen g\u00f6nnerhaften 8. M\u00e4rz! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage f\u00fcr Menschen, Frauen wie M\u00e4nner.\u201c<br \/>\nBei meinen italienischen Facebook Freunden lese ich oft: \u201eFeiert die Frauen nicht einfach, gebt Ihnen Ehre und Respekt.\u201c<br \/>\nDem w\u00e4re nichts hinzuzuf\u00fcgen, das ist aktuell nur \u2013 wieder mal \u2013 heftig zu betonen.<\/p>\n<p>Was das Feiern betrifft gibt es allerdings sicher irgendeinen positiven Rest dazu, also folgen wir der kurzen Tradition des AfG und werfen einen Blick auf einige \u201eJubil\u00e4en\u201c des Jahres 2016:<br \/>\nFranz Marc starb vor 100, Miguel de Cervantes und William Shakespeare vor 400, Gottfried Wilhelm Leibnitz vor 300 und Kaiser Franz Joseph I. vor 100 Jahren, Giotto di Bondone h\u00e4tte seinen 750. Geburtstag, Kirk Douglas k\u00f6nnte man zu seinem 100er gratulieren. Als Verfasserin m\u00f6chte ich hier anmerken, da\u00df die erstgenannten Personen auf der von mir zu Hilfe genommenen Website ausschlie\u00dflich M\u00e4nner sind.<\/p>\n<p>So jung das Jahr 2016 auch noch erscheinen mag, wir beklagen bereits den Tod von u. a. Jayne Casselman, Maria Loley, Helga Weichmann-Schaum, Margaret Forster, Boutros Boutros-Ghali, Andrzej \u017bu\u0142awski, Umberto Eco, Harper Lee, George Kennedy und Nikolaus Harnoncourt.<br \/>\nMarcello Mastroianni starb vor 20 Jahren, Walt Disney vor 50, Alfred Nobel vor 120, Claude Monet vor 90, Anton Bruckner vor 120 und Wolfgang Amadeus Mozart vor 225 Jahren, Cary Grant ist seit 30, Freddie Mercury seit 25, Rabindranaht Tagore seit 75, Emil Nolde seit 60, Otto Lilienthal seit 120 und Bert Brecht seit 60 Jahren nicht mehr bei uns.<br \/>\nDIE Ikone der 1950er und fr\u00fchen 1960er Jahre-Filme, Marilyn Monroe, w\u00e4re 2016 90 Jahre alt geworden, Josephine Baker h\u00e4tte ihren 110. gefeiert, Sigi Freud seinen 160er, Madame de Sta\u00ebl den 250ten, Charlotte Bront\u00eb den 200ten und Maria I., die Blutige, den 500ten ihr Vater, Heinrich VIII. den 525.ten, Vaclav Havel seinen 80er, Ingeborg Bachmann k\u00f6nnte heute 90 Jahre alt sein, Billy Wilder 110, Hans Albers 125 und Rembrandt Harmensz van Rijn 450.<br \/>\nWeitere Todestage (ich weigere mich, hier Jubil\u00e4en zu formulieren) sind<br \/>\nJames Joyce (vor 75 Jahren), Alberto Giacometti (vor 50 Jahren), Agatha Christie (vor 40 Jahren), Lilli Palmer (30), Sir Francis Drake (420, die Kartoffeln!!!), Gene Kelly (20), Heinrich Heine (160), Martin Luther (470), Simone de Beauvoir (30), Clara Schumann (120), Christoph Columbus (510), Henrik Ibsen (110), Marie von Ebner Eschenbach (100), Christiane von Goethe (200), Ludwig II. (130), .Ella Fitzgerald (20), Maxim Gorki (80), Antonio Vivald (275), Robert Schumann (160), Franz Liszt (130), Barbe-Nicole Clicquot (150), Hieronymus Bosch (500), Friedrich II. der Gro\u00dfe (230), Franz von Assisi (790) , Paul Cezanne (110), Jean Gabin (40), Katharina II. die Gro\u00dfe (220), Rainer Maria Rilke (90).<br \/>\nHannah Arendt wurde vor Jahren110 geboren, Maria Schell vor 90, Joan Baez vor 75 .<\/p>\n<p>Als Vorsitzende des Arbeitskreises f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen der Angewandten greife ich zwei Biographien im Besonderen auf und erinnere an<\/p>\n<p><strong>Simone-Lucie-Ernestine-Marie Bertrand de Beauvoir<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-55\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/images-45.jpeg\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"144\" \/><\/p>\n<p>* 9. Januar 1908 in Paris; \u2020 14. April 1986 ebenda, franz\u00f6sische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin.<br \/>\nDie politisch engagierte Verfasserin zahlreicher Romane, Erz\u00e4hlungen, Essays und Memoiren gilt als Vertreterin des Existentialismus. Mit ihren beiden existentialistischen Romanen L\u2019Invit\u00e9e (1943; dt.: Sie kam und blieb) und Le Sang des autres (1945), 1984 von Claude Chabrol als Das Blut der Anderen verfilmt, erlangte Simone de Beauvoir Anerkennung als Schriftstellerin. Der Welterfolg Das andere Geschlecht (1949) gilt als ein Meilenstein der feministischen Literatur und machte sie zur bekanntesten Intellektuellen Frankreichs.<br \/>\n\u201e On ne na\u00eet pas femme, on le devient\u201c<br \/>\n\u201eMan wird nicht als Frau geboren, man wird es\u201c<br \/>\n\u2013 Simone de Beauvoir<\/p>\n<p>und<\/p>\n<p><strong>Marilyn Monroe [\u02c8m\u00e6\u0279\u026al\u026an m\u0259n\u02c8\u0279o\u028a]\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-56\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/images-25.jpeg\" alt=\"\" width=\"128\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>* 1. Juni 1926 in Los Angeles, Kalifornien als Norma Jeane Mortenson, kirchlich registrierter Taufname Norma Jeane Baker; \u2020 5. August 1962 ebenda, war eine US-amerikanische Filmschauspielerin, Fotomodell, S\u00e4ngerin und Filmproduzentin. Sie wurde in den 1950er Jahren zum Weltstar, ist heute eine Filmikone und z\u00e4hlt zu den archetypischen Sexsymbolen des 20. Jahrhunderts.<br \/>\nMarilyn Monroe wuchs als Halbwaise bei Pflegeeltern und zeitweise auch in einem Waisenhaus auf. 1944 wurde sie als Fotomodell entdeckt und im Laufe ihres Lebens von den namhaftesten Fotografen ihrer Zeit abgelichtet. 1946 bekam sie einen Vertrag als Nachwuchsschauspielerin. Ihren ersten gro\u00dfen Auftritt hatte sie in dem B-Movie Ich tanze in dein Herz (1948). In dem Film noir Asphalt-Dschungel (1950) konnte sie erstmals ihr schauspielerisches Talent zeigen. Obwohl sie in vielen fr\u00fchen Filmen nur kleine Nebenrollen als attraktive Blondine spielte, wurde sie zum Publikumsliebling und Erfolgsgaranten f\u00fcr die Studios. Ihre erste gro\u00dfe Hauptrolle hatte sie in Versuchung auf 809 (1952) als Charakterdarstellerin. Mit dem Thriller Niagara (1953), der ihre erotische Ausstrahlung in der Rolle einer Femme fatale eindrucksvoll in Szene setzte, wurde sie zum Filmstar. In den folgenden Jahren wurde sie von der 20th Century Fox auf den Typ der naiven, lasziven Blondine festgelegt. Mit Musikfilmen und Kom\u00f6dien wie Blondinen bevorzugt (1953), Wie angelt man sich einen Million\u00e4r? (1953) oder Das verflixte 7. Jahr (1955) avancierte sie zum gr\u00f6\u00dften Star Hollywoods. Ende 1954 ging sie nach New York, gr\u00fcndete mit Milton Greene die Marilyn Monroe Productions Inc. und studierte Schauspiel am Actors Studio bei Lee Strasberg. F\u00fcr ihre Charakterdarstellung in Bus Stop (1956) bekam sie gute Kritiken, f\u00fcr ihre Rolle in Der Prinz und die T\u00e4nzerin (1957), der von ihrer Filmproduktionsfirma realisiert wurde, wurde sie mit einem David di Donatello und einem \u00c9toile de Cristal ausgezeichnet. Ihren gr\u00f6\u00dften Erfolg hatte sie mit Manche m\u00f6gen\u2019s hei\u00df (1959) in ihrer typischen Rolle als verf\u00fchrerische Blondine, f\u00fcr die sie mit einem Golden Globe geehrt wurde. Der Film gilt heute als die beste amerikanische Kom\u00f6die aller Zeiten. Mit Misfits \u2013 Nicht gesellschaftsf\u00e4hig (1961), ihrem letzten vollendeten Film, schaffte sie den ersehnten Wechsel ins Charakterfach. Sie starb im Alter von 36 Jahren an einer \u00dcberdosis Barbiturate. Die genauen Umst\u00e4nde ihres Todes sind bis heute ungekl\u00e4rt<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-57\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/images-38.jpeg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"130\" \/><\/p>\n<div class=\"storycontent\">\n<p>Mit voller Absicht habe ich hier die vitae einer der bekanntesten Femnistinnen gegen ein behauptetes Opfer gesetzt. Beide Lebensl\u00e4ufe sollen zeigen, da\u00df es keinen Schritt zur\u00fcck in der Tatsache gibt, da\u00df Frauen Menschen sind, in s\u00e4mtlichen Variationen, die zu w\u00e4hlen Frauen ein Recht haben. Selbst die Monroe steht f\u00fcr ein noli me tangere &#8211; mit oder trotz ihrer traurigen Geschichte.<\/p>\n<p>Ein weiterer Themenpunkt ist vielleicht knapper erkl\u00e4rt, umfangreicher w\u00e4re er in jedem Fall \u2013 denn diesen \u201ezweiten Reminder\u201c widme ich all jenen Frauen, die nirgendwo besonders genannt werden, in keinem Lexikon, Artikel, nicht in Wikipedia oder sonst wo im Internet. Frauen, die durch ihre unersetzliche Leistung in allen Bereichen des Lebens \u00fcberall auf der Welt das \u201eLeben\u201c, wie man es kennt, m\u00f6glich machen, unterst\u00fctzen, realisieren, mitgestalten. All die quasi Anonymen, die positiv oder eben nicht so positiv Existenzen beeinflussen und begleiten, eine Zeit lang, lange, sehr lange:<br \/>\nDas ist eine Verbeugung vor den M\u00fcttern, Nicht-M\u00fcttern, Schwestern, Freundinnen, Geliebten, Ehefrauen, Vertrauten \u2013 vor de facto der H\u00e4lfte der Welt, der guten wie der weniger guten. Eine Verbeugung vor allen Frauen aller L\u00e4nder und Epochen: Ohne Euch und uns\u2026geht gar nichts.<\/p>\n<p>Aktuell kann ich aber dennoch nicht umhin, mein Mi\u00dffallen an, meine Sorge um die kontempor\u00e4ren Situation der Frauen \u2013 und nicht nur der Frauen \u2013 weltweit wie vor unserer Haust\u00fcre zu unterstreichen, und erlaube mir, das ausnahmsweise mit einem polemischen Kommentar zu tun:<br \/>\n\u201eDer Johanna-Dohnal-F\u00f6rderpreis<br \/>\nentstand 2004 als Geburtstagsgeschenk der SP\u00d6-Frauenorganisation an Johanna Dohnal,<br \/>\ndamals \u2013 schon \u2013<br \/>\nein Zeichen gegen Studiengeb\u00fchren<br \/>\nF\u00dcR den freien Zugang zur Bildung<br \/>\nden freien CHANCENGLEICHEN Zugang zur Bildung<br \/>\nein Zeichen, ein Orientierungszeichen oder Symbol f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen<br \/>\nf\u00fcr Studentinnen und junge Wissenschaftlerinnen<br \/>\nein Zeichen gegen<br \/>\nVorurteile<br \/>\nWertewahnsinn<br \/>\nUngerechtigkeit<br \/>\nnegative Diskriminierung<br \/>\nBenachteiligungen aller Art.<\/p>\n<p>etwas mehr als 10 Jahre sp\u00e4ter<br \/>\n&#8211; nun ja,<br \/>\nich hatte gedacht<br \/>\nDANN<br \/>\nauf gewisse Dinge nicht mehr hinwiesen zu m\u00fcssen, weil sich die Welt eindeutiger zum Besseren ver\u00e4ndert h\u00e4tte<br \/>\nweil<br \/>\nfrei und gleich unter Gleichen<br \/>\ngleiches Recht, gleiche Pflichten<br \/>\ngleiche Wertigkeit f\u00fcr welches Weltbild immer<br \/>\nsich l\u00e4ngst v\u00f6llig durchgesetzt habe<br \/>\nund zwar hier wie dort<br \/>\n&#8211; wie weltweit<br \/>\n&#8211; und weltweit wenigstens ein bi\u00dfchen\u2026<\/p>\n<p>Johanna Dohnal hat formuliert,<br \/>\nder Preis werde ein Mahnmal, ein Zeichen f\u00fcr den freien Zugang zur Bildung bleiben,<br \/>\nein Stachel im Fleisch dieser Gesellschaft.<br \/>\n\u201eDie Vision des Feminismus\u201c, so Dohnal, \u201eist nicht eine weibliche Zukunft. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzw\u00e4nge, ohne Macht- und Gewaltverh\u00e4ltnisse, ohne M\u00e4nnerb\u00fcndelei und Weiblichkeitswahn.\u201c<br \/>\nSp\u00e4testens \u2013 jetzt &#8211;<br \/>\nsehen Sie mich zerknirscht und m\u00fcde<br \/>\nob der noch immer &#8211;<br \/>\noder sollte es hei\u00dfen \u2014wieder &#8211; vorherrschenden<br \/>\nDummheit<br \/>\nIgnoranz<br \/>\nBrutalit\u00e4t<br \/>\nhier wie \u2026anderswo\u2026.<\/p>\n<p>Und ich meine noch nicht mal Motive wie den<br \/>\nProfessorinnenanteil an Universit\u00e4ten<br \/>\ndie \u201egl\u00e4serne Decke\u201c<br \/>\ndie Problematik von Beruf UND Familie<br \/>\ndie Gehaltsunterschiede\u2026und so weiter\u2026<\/p>\n<p>Ich denke auch nicht \u2013 allein &#8211; an die<br \/>\nuns\u00e4gliche Debatte um S\u00f6hne und T\u00f6chter in unserer Bundeshymne<br \/>\noder einen S\u00e4nger, dem zuzuh\u00f6ren ich ohnedies nicht schaffe \u2013<br \/>\nich denke vielmehr an den \u2013<br \/>\nallt\u00e4glichen Schwachsinn\u2026<br \/>\nwos a Frau z tuan hot<br \/>\nde facto eine Regression<br \/>\nin ganz banalen Gespr\u00e4chen quasi zwischen T\u00fcr und Angel<br \/>\nund<br \/>\nan Frauen<br \/>\ndie von ihren V\u00e4tern gesteinigt werden<br \/>\nDirektiven &#8211; die \u201emal Frauen schlagen ist OK\u201c \u2013 predigen<br \/>\nich denke an vergewaltigte, ermordete M\u00e4dchen und Frauen<br \/>\nweibliche Embryonen, die Aufgrund ihres Geschlechts get\u00f6tet werden\u2026m\u00fcssen<br \/>\nTilgung der Schande einer Vergewaltigung<br \/>\ndank Ermordung des Opfers<br \/>\nPr\u00fcgelfreiheit gegen\u00fcber Frauen<br \/>\nEhrenmorde<br \/>\nk\u00f6pfen wegen der verbrecherischen Anhaftung an das falsche religi\u00f6se Bekenntnis<br \/>\nall das<br \/>\nunterf\u00fcttert von wahnhaften<br \/>\nbehauptet gottgef\u00e4lliigem Gelabere \u2026<\/p>\n<p>aber \u2013 das alles geschieht<br \/>\nDOCH SO WEIT VON UNS ENTFERNT<br \/>\nganz weit weg\u2026<br \/>\nnicht hier<br \/>\ndas ist nicht unsere Sache<br \/>\nTeil- oder Ganzk\u00f6rperverh\u00fcllung kann uns wurscht sein\u2026<\/p>\n<p>So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!<br \/>\nDie Sentenz, die in leicht unterschiedlichen Variationen tradiert wird, stammt von Jesus Christus<br \/>\nund sie zielt sehr wohl<br \/>\nauf die Trennung von Staat und Kirche<br \/>\nauf ein Prinzip<br \/>\ndas Gesetze<br \/>\nvon religi\u00f6sen Vorschriften trennt.<br \/>\nWenn wir ein Recht auf freie Religionsaus\u00fcbung haben<br \/>\nhaben wir auch ein recht auf Distanz zu jedweder Religion.<\/p>\n<p>Dimidium facti qui coepit habet: sapere aude.\u201c<br \/>\n\u201eWer begonnen hat, hat schon zur H\u00e4lfte gehandelt. Wage zu denken!\u201c (Horaz)<br \/>\nDas ist die Basis der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung<br \/>\n\u2026wage zu wissen<br \/>\n\u2026wage Dich Deines Verstandes OHNE fremde Anleitung zu bedienen<br \/>\ndenke ohne Vorschrift, der Du nicht zustimmen kannst.<\/p>\n<p>In jedweder Epoche gab es Frauen<br \/>\ndie in den unterschiedlichsten Disziplinen<br \/>\nGro\u00dfes geleistet haben<br \/>\nund die in ihrer Zeit<br \/>\ndurchaus bekannt gewesen sind<br \/>\nund<br \/>\nmit zielgerichteter Regelm\u00e4\u00dfigkeit<br \/>\nwurden diese Frauen<br \/>\n\u2026vergessen<br \/>\ngel\u00f6scht<br \/>\nihre Leistungen einfach nicht tradiert.<\/p>\n<p>Ich hatte gehofft<br \/>\n&#8211; DAS haben wir hinter uns, das ist aktuell nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich hatte gehofft<br \/>\ndas RECHT AUF BILDUNG<br \/>\nauf Ausbildung, Schulung<br \/>\nw\u00e4re allgemein anerkannt<br \/>\naber ich mu\u00df gesellschaftliche Konstruktionen sehen<br \/>\ndie die Steinzeit modern wirken lassen<\/p>\n<p>So alt ich wom\u00f6glich werden darf<br \/>\nich werde nie verstehen<br \/>\nda\u00df es<br \/>\nWERTE<br \/>\nunterschiedliche<br \/>\nWERTUNGEN<br \/>\ngibt<br \/>\ndie Frauen als<br \/>\nduldende, leidende, dumme Untergebene<br \/>\nabh\u00e4ngige<br \/>\nfremdbestimmte Wesen<br \/>\nUntermenschen<br \/>\ndeterminieren<br \/>\ndie noch nicht mal ihre Kleidung frei zu w\u00e4hlen geeignet bleiben.<br \/>\nZahlen wir etwa keine Steuern??<br \/>\nSterben wir nicht, bluten wir nicht, haben wir nicht \u2013 dieselben Krankheiten wie<br \/>\n&#8211; Nicht-Frauen???<br \/>\nHaben wir nicht dieselben \u00c4ngste, Tr\u00e4ume, W\u00fcnsche?<br \/>\nHaben wir nicht<br \/>\ndasselbe Recht auf ein Leben nach unseren Vorstellungen?<\/p>\n<p>Wo steht das geschrieben \u2013<br \/>\nund wenn es wo geschrieben st\u00fcnde<br \/>\n&#8211; m\u00fcssen wir uns an jeden Quatsch halten, der vor Tausenden Jahren formuliert worden ist?<br \/>\nSind wir immer noch<br \/>\nB\u00dcRGER INNEN<br \/>\nMENSCHEN<br \/>\nzweiter Klasse?<\/p>\n<p>Oh ja,<br \/>\nviele Grauenhaftigkeiten geschehen weit weg von unserer Haust\u00fcre<br \/>\naber wir sollten sehr wohl<br \/>\nachtsam sein<br \/>\nwas VOR der T\u00fcre ist<br \/>\nkann durchaus<br \/>\nmal reinkommen\u2026wollen.<\/p>\n<p>Erinnern wir uns:<br \/>\nwie lange ist es her, da\u00df Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemannes einen Job annehmen DURFTEN<br \/>\n&#8211; hier bei uns &#8211;<br \/>\nin diesem Paradies<br \/>\nder Insel der Seligen<br \/>\nseit wann ist die Unterschrift der Mutter<br \/>\ngleichwertig der des Vaters?<\/p>\n<p>Das Familienrecht, das in \u00d6sterreich bis Mitte der 19-siebziger Jahre Geltung hatte, stammte in wesentlichen Teilen aus dem Jahr 1811. Es r\u00e4umte dem Mann eine absolute Vormachtstellung ein. Das Verh\u00e4ltnis zwischen den Familienmitgliedern war kein partnerschaftliches, sondern ein hierarchisches. Der Mann galt als das \u201cHaupt der Familie\u201d, er konnte seiner Frau beispielsweise verbieten, berufst\u00e4tig zu sein, und er hatte die \u201cv\u00e4terliche Gewalt\u201d \u00fcber die gemeinsamen Kinder. Der Frau war es nicht gestattet, einen Passantrag oder Lehrvertrag f\u00fcr ihre Kinder zu unterschreiben. Durch die Familienrechtsreform Mitte der siebziger Jahre wurde das Modell der patriarchalen Versorgungsehe durch ein partnerschaftlich orientiertes ersetzt.<\/p>\n<p>1976 ja, erst 1976 trat das \u201cKernst\u00fcck\u201d der Familienrechtsreform in Kraft, das Gesetz \u00fcber die pers\u00f6nlichen Rechtswirkungen der Ehe. Es geht vom Grundsatz aus, da\u00df Mann und Frau in der Ehe gleiche Rechte haben. Der Mann kann der Frau nicht mehr verbieten, berufst\u00e4tig zu sein.<br \/>\nDie weitere Geschichte kennen Sie sehr gut.<br \/>\nNoch in den 1950er\/60er Jahren konnte man von kirchlicher Seite folgendes h\u00f6ren:<br \/>\n\u201cGrunds\u00e4tzlich sei nur ausgef\u00fchrt: Die Familie sei eine Gemeinschaft [\u2026] Sie bestehe aus der F\u00fchrung durch den Vater und die Hingabe der Mutter, Ehrfurcht und Gehorsam der Kinder. Eine zu weit gehende Gleichberechtigung der Ehegatten st\u00f6re die Gemeinschaft. [\u2026] Man m\u00fcsse die gottgewollte Ordnung [\u2026] ber\u00fccksichtigen.\u201d<\/p>\n<p>Soviel zu unserem zivilisierten Mitteleuropa.<\/p>\n<p>\u201eFrauen haben sich die ganze lange Geschichte des Patriarchats an Gewalt gew\u00f6hnt, ja vielleicht gew\u00f6hnen m\u00fcssen.<br \/>\nDennoch: Was heute immer noch viele Frauen ihren S\u00f6hnen entschuldigen, ihren Partnern oder M\u00e4nnern verzeihen und ihren T\u00f6chtern als Opferverhalten anerziehen, wirkt gegen die Unabh\u00e4ngigkeit und W\u00fcrde von Frauen.\u201c<\/p>\n<p>Nicht allein diese Zitat von Johanna Dohnal unterstreicht die Bedeutung<br \/>\ndie ihre Position<br \/>\nund die ihre Leistungen<br \/>\nihre Art zu denken<br \/>\nauch und gerade aktuell<br \/>\nweiterhin haben.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen uns nicht mehr<br \/>\nnie mehr<br \/>\nwegnehmen lassen<br \/>\nwas erreicht worden ist.<br \/>\nEs geht nicht allein um die<br \/>\nUnabh\u00e4ngigkeit und W\u00fcrde von Frauen \u2013<br \/>\nmir scheint<br \/>\nes geht um die W\u00fcrde der Menschheit.<\/p>\n<p>WIR SIND ALLE GLEICH VIEL WERT.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen keinen Schritt zur\u00fcckweichen<br \/>\n\u2013 noch nicht mal nen halben.<br \/>\nDenn eine Welt<br \/>\nin der Menschen<br \/>\nFrauen UND M\u00e4nner<br \/>\nnicht mehr ihren Vorstellungen folgen d\u00fcrfen<br \/>\nihren W\u00fcnschen, Tr\u00e4umen<br \/>\nja sogar der Illusion von Freiheit<br \/>\neine Welt kurzum der MANNIGFALTIGKEIT<br \/>\ndie s\u00e4mtliche M\u00f6glichkeiten offen l\u00e4\u00dft<br \/>\nohne politische und religi\u00f6se Fesseln<br \/>\nw\u00e4re keine, die zu prolongieren sei.\u201c<\/p>\n<p>Geschichte des Frauentags<\/p>\n<p>Zum ersten Frauentag am 19. M\u00e4rz 1911 kamen in D\u00e4nemark, \u00d6sterreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach dem Wahlrecht f\u00fcr Frauen. Seit 1921 wird der Frauentag am 8. M\u00e4rz begangen.<\/p>\n<p>Die Feiern zum 8. M\u00e4rz haben nun schon eine gewisse Tradition.<br \/>\nWie alle Traditionen mu\u00dfte auch der 8. M\u00e4rz zuerst \u201eerfunden\u201c werden, mu\u00dften Anla\u00df und Begr\u00fcndung \u201egefunden\u201c werden.<br \/>\n\u00dcber die Geschichte dieser Erfindung herrscht Uneinigkeit. Je nachdem, welches Erfordernis aus den entsprechenden Kontexten gezogen werden kann, bleibt de facto modulierbar, was am 8. M\u00e4rz gefeiert wird und woran zu erinnern sei.<br \/>\nW\u00e4hrend der \u201cZweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz\u201d in Kopenhagen 1910 soll die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) die Errichtung eines \u201cInternationalen Frauentages\u201d vorgeschlagen haben \u2013 zun\u00e4chst ohne Bindung an ein konkretes Datum. US-amerikanische SozialistInnen hatten bereits 1909 den letzten Sonntag im Februar zum \u201cNationalen Tag der Frau\u201d deklariert. 1911 wurde anl\u00e4\u00dflich des 40. Jahrestages der \u201cPariser Kommune\u201d am 18. M\u00e4rz in Paris, aber auch in Wien ein \u201cTag der Frau\u201d begangen. 1921 erkl\u00e4rte Lenin in Gedenken an den St. Petersburger Frauenaufstand vom 23. Februar 1917 \u2013 nach Julianischem Kalender der 8. M\u00e4rz \u2013 den 8. M\u00e4rz zum \u201cInternationalen Frauentag\u201d.<br \/>\nAls Legende erwies sich in den 1980er Jahren die Verkn\u00fcpfung des Impulses der Feierlichkeiten mit einem spontanen Streik New Yorker Textilarbeiterinnen, die sich am 8. M\u00e4rz 1857 gegen niedrige L\u00f6hne und zunehmende Arbeitsbelastung sowie f\u00fcr eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung eingesetzt h\u00e4tten. Die Polizei habe der Demonstration ein blutiges Ende gesetzt, wobei nicht nur zahlreiche Frauen festgenommen, sondern einige auch zu Tode gekommen w\u00e4ren.<br \/>\nF\u00fcnfzig Jahre danach \u2013 am 8. M\u00e4rz 1907 \u2013 wurde dieser Demonstration erstmals gedacht und seither j\u00e4hrlich daran erinnert.<\/p>\n<p>Unterschiedliche historische, nationale und politische Interessen bestimmten auch wesentlich die Art der am 8. M\u00e4rz gestellten Forderungen &#8211; etwa das Frauenwahlrecht, arbeitsrechtliche Verbesserungen f\u00fcr Frauen oder die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern in allen Lebensbereichen.<\/p>\n<p>Der Arbeitskreis f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen m\u00f6chte am Internationalen Frauentag 2016 daran erinnern, da\u00df wir als Gremium auch Anlaufstelle f\u00fcr alle F\u00e4lle von<br \/>\nDiskriminierung aufgrund des Geschlechts<br \/>\nder ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit<br \/>\nder Religion oder Weltanschauung<br \/>\nder sexuellen Vorlieben<br \/>\nund des Alters sind<br \/>\n\u2013und zwar f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen der Angewandten &#8211; StudentInnen, MitarbeiterInnen, Lehrende. Betroffene oder Informationssuchende sind jederzeit \u2013 unter striktester Wahrung ihrer Anonymit\u00e4t \u2013 eingeladen, sich an den AfG zu wenden.<\/p>\n<p>Mit kollegialen Gr\u00fc\u00dfen,<br \/>\nMarion Elias<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"feedback\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kurz Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen f\u00fcr die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-54","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitskreis-fuer-gleichbehandlungsfragen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54\/revisions\/58"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}