{"id":45,"date":"2015-03-07T10:36:48","date_gmt":"2015-03-07T10:36:48","guid":{"rendered":"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/?p=45"},"modified":"2018-12-06T10:37:17","modified_gmt":"2018-12-06T10:37:17","slug":"8-maerz-internationaler-frauentag-international-womens-day","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/?p=45","title":{"rendered":"8. M\u00e4rz &#8211; Internationaler Frauentag (International Women\u2019s Day)"},"content":{"rendered":"<p>Der kurz Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen f\u00fcr die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. M\u00e4rz begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg und zielte vor allem auf die Gleichberechtigung und das Wahlrecht f\u00fcr Frauen.<br \/>\nLiebe Kolleginnen und Kollegen,<br \/>\nwie jedes Jahr ist am im 8. M\u00e4rz an den Internationalen Frauentag zu erinnern. Mittlerweile ist man\/frau, was derartige Sentenzen betrifft, im Konkurrenzkampf mit\u00a0<em>almost everybody\u00a0<\/em>\u2013 Feiern und Veranstaltungen scheinen einander zu jagen.<br \/>\nLaut Wikipedia, einer durchaus m\u00e4nnerdominierten Spezialeinheit, die Gedrucktes akzeptiert \u2013 nicht Geducktes duzend und bl\u00f6de hinterfragt \u2013 gibt es um das Datum die Debatte zwischen 19. M\u00e4rz und eben dem 8.<br \/>\nDie Italiener befanden schon 2010, da\u00df es 100 Jahre w\u00e4ren, wir hatten die Feier erst 2011.<\/p>\n<p>Jedenfalls wird der 8. M\u00e4rz in Angola, Armenien, Aserbaidschan, Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgistan, Laos, Madagaskar, Moldawien, in der Mongolei, in Nepal, Russland, Sambia, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, der Ukraine, Usbekistan, Vietnam, Wei\u00dfrussland und Zypern als gesetzlicher Feiertag begangen. In der Volksrepublik China ist der Nachmittag f\u00fcr Frauen arbeitsfrei.<br \/>\nEinigkeit herrscht nicht \u00fcbers Feiern &#8211; die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Redin zum Beispiel wandte sich gegen \u201edas Feigenblatt eines symbolhaften Tages\u201c und stellte im M\u00e4rz 2008 fest: \u201eSolange wir einen Frauentag feiern m\u00fcssen, bedeutet das, da\u00df wir keine Gleichberechtigung haben. [\u2026] Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.\u201c\u20282010 pl\u00e4dierte Alice Schwarzer f\u00fcr eine komplette Streichung des Tages: \u201eSchaffen wir ihn [\u2026] endlich ab, diesen g\u00f6nnerhaften 8. M\u00e4rz! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage f\u00fcr Menschen, Frauen wie M\u00e4nner.\u201c<br \/>\nNun, wie dem auch sei, was das Feiern betrifft gibt es sicher irgendeinen positiven Rest dazu, also lassen wir diese Diskussion offen und werfen einen Blick auf einige \u201eJubil\u00e4en\u201c des Jahres 2015:<br \/>\nArmand Peugeot starb vor 100, Winston Curchill vor 50 Jahren, vor 70 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit.<br \/>\nDie Universit\u00e4t Wien feiert ihren 650. Geburtstag, die VetMed den 250., die TU den 200., Teresa von Avilla wurde vor 500, Billie Holiday vor 100 Jahren geboren.<br \/>\nAbraham Lincoln ist vor 150. Jahren einem Attentat zum Opfer gefallen, vor 100 Jahren begann der V\u00f6lkermord an den Armeniern.<br \/>\nDie Wiener Ringstra\u00dfe wird 150, Orson Welles, Frank Sinatra, Curd J\u00fcrgens, \u00c8dith Piaf und Ingrid Bergmann w\u00e4ren 100, Kaiser Friedrich II. 600, der Wiener Kongre\u00df endete vor 200 Jahren und die Magna Carta ist junge 800 Jahre alt. Die Schlacht bei Waterloo fand vor 200 Jahren statt. Lucas Cranach wurde vor 500 Jahren geboren. Michelangelo Buonarroti wurde vor 540 Jahren geboren und starb vor 451 Jahren.<\/p>\n<p>Als Vorsitzende des Arbeitskreises f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen der Angewandten greife ich, einer unserer noch kurzen Traditionen folgend, drei Biographien im Besonderen auf und erinnere an<\/p>\n<p><strong>\u00c8dith Piaf\u00a0<\/strong><br \/>\nb\u00fcrgerlich \u00c9dith Giovanna Gassion; * 19. Dezember 1915 in Paris; \u2020 10. Oktober 1963 in Plascassier, laut Sterbeurkunde 11. Oktober 1963 in Paris, franz\u00f6sische S\u00e4ngerin, deren Inter-pretationen von Chansons<span style=\"font-size: 1rem;\">und Balladen sie weltber\u00fchmt machten. Ihr Gesangsstil schien die Trag\u00f6dien ihres Lebens widerzuspiegeln. Zu ihren gr\u00f6\u00dften Erfolgen geh\u00f6ren La vie en rose, Milord und Non, je ne regrette rien.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-46\" style=\"font-size: 1rem;\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/piaf-1-300x300.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/piaf-1-300x300.gif 300w, https:\/\/gender.dieangewandte.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/piaf-1-150x150.gif 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>\u00c8dith Piaf\u00a0<\/strong><br \/>\n\u00c9dith Piaf wurde bereits einige Wochen nach ihrer Geburt (nach anderen Darstellungen im Alter von zwei Jahren) im \u00f6stlichen Pariser Stadtteil Belleville von ihrer Mutter, Annetta Jacqueline Gassion, geborene Maillard, einer Kaffeehaus-S\u00e4ngerin von halb italienischer, halb berberischer Abstammung, verlassen und wuchs zun\u00e4chst bei ihrer Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits auf, wo sie beinahe verhungerte. Damit seine Tochter wieder zu Kr\u00e4ften kommen konnte, brachte sie ihr Vater Alphonse Gassion 1917 bei seiner Mutter unter, die ein Bordell in Bernay in der Normandie betrieb. Edith f\u00fchlte sich trotzdem dort wohler. Der Vater selbst war Akrobat und arbeitete als Schlangenmensch in einem Wanderzirkus. 1919 erkrankte \u00c9dith an einer Entz\u00fcndung der Augenhornhaut und erblindete. Zwei Jahre sp\u00e4ter machte ihre Gro\u00dfmutter mit ihr eine Wallfahrt zur Heiligen Therese nach Lisieux. \u00c9dith schrieb ihre anschlie\u00dfende Heilung dieser Wallfahrt zu. Deshalb verehrte sie die Heilige Therese, mit der sie weitl\u00e4ufig verwandt ist, ihr Leben lang und besuchte deren Grab als Erwachsene inkognito allj\u00e4hrlich. Sie war erst sieben, als ihr Vater sie das erste Mal mit auf Tournee nahm. Vom zehnten Lebensjahr an begleitete Edith ihren Vater, der sie als Stra\u00dfens\u00e4ngerin schulte und oft verpr\u00fcgelte. \u00c9dith Piaf wurde stark gepr\u00e4gt von der Gewaltt\u00e4tigkeit des Milieus, in dem sie aufwuchs, und vom Alkoholismus ihres Vaters.<br \/>\nAls 15-J\u00e4hrige verlie\u00df sie ihren Vater und zog alleine als Stra\u00dfens\u00e4ngerin nach Paris. Kurz darauf wurde sie von dem Kabarettbesitzer Louis Lepl\u00e9e entdeckt, der sie als Chanteuse in sein Kabarett holte und der jungen Frau, die lediglich 1,47 Meter gro\u00df war, den Namen gab, unter dem sie bekannt wurde: \u201ela m\u00f4me piaf\u201c (\u201em\u00f4me\u201c hei\u00dft die \u201eG\u00f6re\u201c\/\u201ekleines freches M\u00e4dchen\u201c, \u201epiaf\u201c hei\u00dft \u201eSpatz\u201c, in der Kombination bedeutet der Name also soviel wie \u201eSpatzeng\u00f6re\u201c).<br \/>\nAm 11. Februar 1933 brachte sie ihr einziges Kind, ihre Tochter Marcelle, zur Welt. Marcelle wuchs bei ihrem Vater, \u00c9diths Geliebtem Louis Dupont, auf. Die kleine Marcelle starb im Alter von zwei Jahren an einer Hirnhautentz\u00fcndung.<br \/>\n1935 nahm \u00c9dith Piaf ihre erste Platte auf. Als wenig sp\u00e4ter ihr Mentor Lepl\u00e9e ermordet wurde, bezichtigte man sie \u00f6ffentlich der Mitwisserschaft an der Tat, da die M\u00f6rder aus dem Umfeld ihrer Unterweltbekanntschaften kamen. Obwohl sie freigesprochen wurde, fl\u00fcchtete sie in die Provinz und kehrte erst 1937 wieder nach Paris zur\u00fcck. Die mediale Aufmerksamkeit drohte ihren Erfolg zun\u00e4chst zu gef\u00e4hrden. Unter der F\u00f6rderung ihres neuen Mentors Raymond Asso l\u00f6ste sie sich aber aus dem Ursprungsmilieu.<br \/>\nIn den folgenden Jahren gelang ihr der gro\u00dfe Durchbruch mit B\u00fchnenauftritten in ganz Europa und unz\u00e4hlige Schallplatten. Ihre Karriere schritt auch w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzungszeit weiter voran. 1943 war sie auf einer von deutscher Seite unterst\u00fctzten Konzertreise in Berlin mit weiteren K\u00fcnstlern wie Loulou Gast\u00e9, Raymond Souplex, Viviane Romance und Albert Pr\u00e9jean und posierte dabei unter anderem vor dem Brandenburger Tor. Im Fr\u00fchjahr 1944 kam es zur ersten Zusammenarbeit im Moulin Rouge und einem Liebesverh\u00e4ltnis mit dem aufstrebenden S\u00e4nger und Produzenten Yves Montand; sie pr\u00e4sentierte ihm unter anderem Joseph Kosma, Henri Crolla, Loulou Gast\u00e9, Jean Guigo, Henri Contet, Bob Castella und Francis Lemarque. Ihre Liebe zum sechs Jahre j\u00fcngeren griechischen Schauspieler Dimitris Horn blieb unerwidert.<br \/>\nPiaf galt damals als Kollaborateurin, entkam zum Kriegsende Sanktionen und wurde nicht mit einem Auftrittsverbot belegt, weil ihre Sekret\u00e4rin Andr\u00e9e Bigard sich als Mitglied der R\u00e9sistance bekannte und f\u00fcr sie aussagte. Bilder mit Piaf bei Konzerten im Auftrag der Deutschen f\u00fcr kriegsgefangene franz\u00f6sische Soldaten seien demnach genutzt worden, um gef\u00e4lschte Arbeits-erlaubnisse zu erstellen und einigen die Flucht zu erm\u00f6glichen.<br \/>\n\u00c9dith Piaf hatte zeit ihres Lebens schwere gesundheitliche Probleme. Der durch den Unfalltod ihrer gro\u00dfen Liebe, des Boxers Marcel Cerdan, im Oktober 1949 erlittene Schock l\u00f6ste nach Angabe ihrer Sekret\u00e4rin eine chronische rheumatoide Arthritis aus, unter der sie fortan litt. Die damit verbundenen Schmerzen bek\u00e4mpfte die S\u00e4ngerin mit starken und \u00fcberdosierten Medikamenten. Das f\u00fchrte dazu, dass ihr fortan das Stigma der Drogensucht anhaftete. Hinzu kamen Alkoholexzesse. Sie musste sich zahllosen Entziehungskuren und sieben Operationen unterziehen.<br \/>\nSchlagzeilen machte in Frankreich auch \u00c9dith Piafs Aff\u00e4re mit dem popul\u00e4ren Radrennfahrer Louis G\u00e9rardin. \u201eToto\u201c Gerardin verlie\u00df f\u00fcr \u00c9dith Piaf seine Frau, die das Paar von einem Privatdetektiv beschatten lie\u00df. 1952 heiratete Piaf den franz\u00f6sischen S\u00e4nger Jacques Pills (b\u00fcrgerlicher Name: Ren\u00e9 Ducos), von dem sie sich 1956 wieder scheiden lie\u00df. W\u00e4hrend eines Konzertes in Stockholm am Ende der 1950er Jahre brach sie auf der B\u00fchne zusammen \u2013 es wurde eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert. Piaf lie\u00df sich davon jedoch nicht beeindrucken und trat weiter auf. Auf ihren Tourneen wurde sie fortan von einer Krankenschwester begleitet, die ihr im Bedarfsfall Morphium gegen die Schmerzen verabreichte. In diese Zeit fiel ihre kurze Liebesaff\u00e4re mit dem wesentlich j\u00fcngeren Chansons\u00e4nger Georges Moustaki. Er war es auch, der 1959 f\u00fcr Piaf das bekannte Chanson Milord (ver\u00f6ffentlicht 1960) zur Komposition von Marguerite Monnot textete, das sp\u00e4ter ihr gr\u00f6\u00dfter Hit wurde.<br \/>\nIm Oktober 1962, wenige Jahre nach ihrer Aff\u00e4re mit Moustaki, heiratete sie den zwanzig Jahre j\u00fcngeren S\u00e4nger Th\u00e9o Sarapo und verursachte damit den letzten gro\u00dfen Skandal ihres ausschweifenden Lebens. Anfang August 1963 brachten Sarapo und der Impresario Louis Barrier die bereits schwer kranke Piaf in ein abgelegenes Haus in Plascassier, in der N\u00e4he von Grasse. Dort verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand weiter. An Piafs Seite waren ihre letzte Sekret\u00e4rin, Danielle Bonel, und eine Krankenschwester; Sarapo befand sich auf Tournee. Bonel lie\u00df ihn vom nahenden Tod seiner Frau verst\u00e4ndigen; er traf sie jedoch nicht mehr lebend an. Piaf starb am 10. Oktober 1963. Bonel erw\u00e4hnte in einer Fernsehdokumentation, Piaf sei gegen 12.45 Uhr gestorben; an den genauen Zeitpunkt k\u00f6nne sie sich nicht mehr erinnern.<br \/>\nDer mittlerweile eingetroffene Sarapo beschloss zusammen mit Bonel und Barrier, \u00fcber Piafs Ableben zun\u00e4chst Stillschweigen zu bewahren und den Leichnam unbemerkt nach Paris zu \u00fcberf\u00fchren. Bonel besorgte einen Krankenwagen, in dem man gegen 20 Uhr die Abreise nach Paris antrat. \u00dcber den illegalen Transport erz\u00e4hlte Bonel: \u201cDie Krankenschwester und Theo waren im Krankenwagen. W\u00e4ren wir angehalten worden, h\u00e4tten wir gesagt, sie sei gerade gestorben \u2013 unterwegs. Sie musste einfach in Paris sterben. F\u00fcr sie gab es keine andere M\u00f6glichkeit. Sie h\u00e4tte es mit Sicherheit so gewollt.\u201d Noch in derselben Nacht wurde Piafs Arzt geweckt. Er erkl\u00e4rte sich bereit, einen falschen Totenschein auszustellen. Offiziell f\u00fcr tot erkl\u00e4rt wurde Piaf am 11. Oktober 1963 um 8 Uhr morgens. Als Sterbeort gab der Arzt Paris an.<br \/>\nAn diesem 11. Oktober 1963 &#8211; ein halbes Jahr nach einem Herzinfarkt &#8211; starb auch ihr Freund Jean Cocteau, der f\u00fcr sie 1940 extra den h\u00f6chst erfolgreichen Einakter\u00a0<em>Le Bel Indiff\u00e9rent<\/em>\u00a0geschrieben hatte (was ihr einziges Theaterengagement blieb), und der f\u00fcr sie angeblich mehr als nur freundschaftliche Gef\u00fchle hegte. Vielfach wurde kolportiert, dass sein Herz versagte, als er die Nachricht von Piafs Tod erhielt, zum Teil wurden die beiden in Schlagzeilen sogar als Brautpaar des Todes bezeichnet. Der schwerkranke Cocteau starb aber viele Stunden nach der Todesnachricht.<br \/>\n40.000 Menschen nahmen an Piafs Begr\u00e4bnis auf dem Friedhof P\u00e8re Lachaise teil. Noch heute wird ihr Grab, in dem auch ihr 1970 bei einem Autounfall ums Leben gekommener Ehemann Th\u00e9o Sarapo und ihre Tochter liegen, st\u00e4ndig mit frischen Blumen geschm\u00fcckt. Das kleine \u00c9dith-Piaf-Museum in Paris (Rue Crespin du Gast) stellt pers\u00f6nliche Souvenirs, ein Kleid und die Porzellansammlung der K\u00fcnstlerin aus.<br \/>\nNeben ihrer eigenen Karriere f\u00f6rderte \u00c8dith Piaf aktiv den damaligen musikalischen Nachwuchs Frankreichs. Sie hatte unter anderem gro\u00dfen Einfluss auf die Karrieren von Charles Aznavour, Gilbert B\u00e9caud, Eddie Constantine, Yves Montand, Georges Moustaki, Jacques Pills und Francis Lai.<br \/>\nQuelle: http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/\u00c9dith_Piaf; 7. 3. 2015, 17.33h<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Waris Dirie\u00a0<\/strong><br \/>\n* 1965 in der Region von Gaalkacyo, \u00f6sterreichisches Model somalischer Herkunft, eine Bestseller-Autorin und Me<span style=\"font-size: 1rem;\">nschenrechtsaktivistin im Kampf gegen Female Genital Mutilation (FGM), die Weibliche Genitalverst\u00fcmmelung.<\/span><\/p>\n<p>Sie war von 1997 bis 2003 UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien. 2002 gr\u00fcndete sie ihre eigene Organisation, die Desert Flower Foundation.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/dirie.gif\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>Dirie stammt aus einer muslimischen, zur Ethnie der Somali geh\u00f6renden Nomadenfamilie, die zum Clan der Darod z\u00e4hlt. Waris bedeutet \u201eW\u00fcstenblume\u201c. Ihr Geburtsdatum ist unbekannt, das zumeist mit 1965 angegebene Geburtsjahr unbelegt. Als F\u00fcnfj\u00e4hrige erlitt sie selbst die Beschneidung in Form der Infibulation.<\/p>\n<p>Als sie im Alter von 13 Jahren an einen alten Mann verheiratet werden sollte, floh sie durch die W\u00fcste in die Hauptstadt von Somalia, Mogadischu, zu ihrer dort lebenden Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits. Sp\u00e4ter lebte sie bei einer Tante in Mogadischu. 1981 wurde ihr er\u00f6ffnet, dass sie nicht l\u00e4nger bei den Verwandten in Mogadischu bleiben konnte, da ihre Flucht aus der W\u00fcste nicht geduldet wurde. Einer ihrer Onkel, der damals somalischer Botschafter im Vereinigten K\u00f6nigreich war, suchte ein Dienstm\u00e4dchen. Also wurde sie nach London verbracht und arbeitete in der somalischen Botschaft ohne Bezahlung. Als der Onkel nach Ausbruch des B\u00fcrgerkriegs in Somalia London verlassen musste, fl\u00fcchtete Waris aus der Botschaft und lebte zuerst in den Stra\u00dfen Londons, sp\u00e4ter in einem Heim des YMCA. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt als Reinigungskraft in einem Fastfood-Restaurant, wo sie mit 18 Jahren zuf\u00e4llig von dem englischen Fotografen Terence Donovan (im Film: Terry Donaldson) entdeckt wurde, der sie 1987 gemeinsam mit dem damals noch unbekannten Model Naomi Campbell f\u00fcr den Titel des Pirelli-Kalenders fotografierte. Sie arbeitete unter anderem f\u00fcr Chanel, L\u2019Or\u00e9al, Revlon, Versace, Cartier, Levi\u2019s und viele andere Weltmarken. Ihr Bild erschien als Cover der Zeitschrift Vogue. 1987 war sie im James-Bond-Film Der Hauch des Todes zu sehen (als Waris Walsh). Schlie\u00dflich arbeitete sie auf den Laufstegen in London, Mailand, Paris und New York. 1995 drehte die BBC die Dokumentation\u00a0<em>Eine Nomadin in New York<\/em>\u00a0\u00fcber ihre au\u00dfergew\u00f6hnliche Karriere.<br \/>\nIm Jahr 1997, auf dem H\u00f6hepunkt ihrer Modelkarriere, berichtete Waris Dirie erstmals der Journalistin Laura Ziv f\u00fcr die Zeitschrift Marie Claire \u00fcber das Trauma ihrer Beschneidung und l\u00f6ste damit ein weltweites Medienecho aus. Im selben Jahr wurde sie UN-Sonderbotschafterin gegen weibliche Genitalverst\u00fcmmelung.<br \/>\nEbenfalls 1997 besuchte sie ihre Mutter und 2000 ihre Familie im unterdessen b\u00fcrgerkriegsgeplagten Somalia.<br \/>\nSie ver\u00f6ffentlichte 1998 das Buch W\u00fcstenblume (Originaltitel:\u00a0<em>Desert Flower<\/em>), in dem sie unter anderem von ihrer radikalen Beschneidung erz\u00e4hlt. Durch ihre Ber\u00fchmtheit schaffte sie es, auf dieses Thema weltweit aufmerksam zu machen.<br \/>\n1998 w\u00e4hlten sie die US-Leserinnen des Glamour Magazin zur\u00a0<em>Woman of the year<\/em>. 1999 erhielt Waris Dirie den Afrika-Preis der Deutschen Bundesregierung f\u00fcr ihre Verdienste f\u00fcr die Rechte afrikanischer Frauen.<br \/>\n2001 erschien ihr zweites Buch Nomadentochter (Originaltitel:\u00a0<em>Desert Dawn<\/em>), f\u00fcr das sie in Deutschland gemeinsam mit Paulo Coelho den\u00a0<em>Corine Award<\/em>\u00a0erhielt. 2005 erschien\u00a0<em>Schmerzenskinder<\/em>, ein Werk, dem zwei Jahre heimliche Recherchen in afrikanischen Gemeinschaften europ\u00e4ischer Hauptst\u00e4dte vorausgegangen war. Mit dem Buch startete sie eine europaweite Kampagne gegen FGM. 2007 erschien\u00a0<em>Brief an meine Mutter,<\/em>\u00a0ein weiterer Bestseller.<br \/>\nIm Jahr 2002 gr\u00fcndete Dirie die Desert Flower Foundation in Wien. Die Stiftung sammelt Geld, um auf das weltweite Problem von FGM aufmerksam zu machen und Betroffenen zu helfen<br \/>\n2004 verlieh Michail Gorbatschow Waris Dirie als erster Frau den\u00a0<em>Women\u2019s World Award<\/em>.<br \/>\nSie er\u00f6ffnete die Weltkonferenz gegen FGM in Nairobi, hielt eine vielbeachtete Rede und ver\u00f6ffentlichte erstmals das Waris-Dirie-Manifest gegen FGM.<br \/>\nDer \u00f6sterreichische Bundespr\u00e4sident Heinz Fischer verlieh ihr im Namen der Katholischen M\u00e4nnerbewegung \u00d6sterreichs den renommierten Erzbischof-Oscar-Romero-Preis. Im M\u00e4rz 2005 wurde Waris Dirie \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerin.<br \/>\nIm Januar 2006 sprach Waris Dirie vor den versammelten Ministern aller EU-Mitgliedsstaaten in Br\u00fcssel. Infolgedessen setzte die Europ\u00e4ische Union den Kampf gegen weibliche Genitalverst\u00fcmmelung auf ihre Agenda, in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wurden Gesetze versch\u00e4rft und Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen initiiert.<br \/>\n2007 startete Waris Dirie im Vereinigten K\u00f6nigreich eine Kampagne gegen FGM zusammen mit Scotland Yard und der BBC.<br \/>\nAm 12. Juli 2007 ernannte der damalige franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Nicolas Sarkozy nach seinem Amtsantritt Waris Dirie als erste Frau f\u00fcr ihre Verdienste im Kampf um die Rechte der Frauen zum\u00a0<em>Chevalier de la L\u00e9gion d\u2019Honneur<\/em>.<br \/>\nIm September 2007 erhielt Waris Dirie aus den H\u00e4nden der Schweizer Parlamentspr\u00e4sidentin Christine Egerszegi-Obrist den\u00a0<em>Prix des G\u00e9n\u00e9rations der World Demographic Association.<\/em>\u00a0Im selben Jahr wurde sie mit der Martin-Buber-Plakette der Euriade ausgezeichnet.<br \/>\nDer arabische Sender<em>\u00a0Al Jazeera<\/em>\u00a0lud Waris Dirie in die popul\u00e4re Talkshow von Riz Khan ein. Sie sprach erstmals in einem arabischen Sender vor \u00fcber 100 Millionen Zuschauern \u00fcber das Tabuthema \u201eWeibliche Genitalverst\u00fcmmelung\u201c. Es folgte ein weiteres Aufkl\u00e4rungsprogramm \u00fcber FGM mit Waris Dirie f\u00fcr Jugendliche auf dem\u00a0<em>Pan Arabic Youth Channel.<\/em><br \/>\nIm M\u00e4rz 2008 lud die EU Waris Dirie erneut zu einem Vortrag in das EU-Parlament nach Br\u00fcssel ein, ein Treffen mit US-Au\u00dfenministerin Condoleezza Rice wurde angesetzt. In der Nacht vor ihrer Rede, am 4. M\u00e4rz 2008, verschwand Waris Dirie spurlos und l\u00f6ste eine Gro\u00dffahndung der belgischen Polizei aus. Am Abend des 7. M\u00e4rz 2008 erkannte sie ein Polizist in der N\u00e4he des Grand-Place\/Grote Markt in Br\u00fcssel. Sie gab vorerst an, ihr Hotel nicht mehr wiedergefunden zu haben. Am 10. M\u00e4rz jedoch gab ihr Anwalt bekannt, sie sei einer Entf\u00fchrung und einer versuchten Vergewaltigung durch einen Taxifahrer zum Opfer gefallen.<br \/>\nIm April 2008 begannen unter der Regie von Sherry Hormann die Dreharbeiten f\u00fcr die Verfilmung des Buches W\u00fcstenblume in Dschibuti. Weitere Drehorte waren New York, London, Berlin und K\u00f6ln. Der Film wurde von Oscarpreistr\u00e4ger Peter Herrmann produziert, Benjamin Herrmann und Waris Dirie waren Co-Produzenten, die Hauptrolle spielte das \u00e4thiopische Model Liya Kebede. In weiteren Rollen sind Sally Hawkins, Juliet Stevenson, Timothy Spall, Meera Syal und Craig Parkinson zu sehen.<br \/>\nWaris Dirie reiste auf Einladung des Pr\u00e4sidenten von Dschibuti zu den Dreharbeiten und hielt eine Rede \u00fcber FGM vor dem Ministerrat und Abgeordneten.<br \/>\nIm Januar 2009 wurde Waris Dirie Gr\u00fcndungsmitglied der PPR Foundation for Women\u2019s Dignity and Rights, die Fran\u00e7ois-Henri Pinault (CEO von PPR) mit seiner Ehefrau Salma Hayek in Paris ins Leben gerufen hatte.<br \/>\nIm Juli 2010 wurde Dirie zur Friedensbotschafterin (Ambassador for Peace and Security in Africa) der Afrikanischen Union (AU) ernannt.<br \/>\nIm Oktober 2010 wurde Dirie in Rimini mit der Goldmedaille des Pr\u00e4sidenten der Republik Italien ausgezeichnet.<br \/>\nDirie war im September 2011 Mitglied der Jury, die das universelle Logo f\u00fcr Menschenrechte ausw\u00e4hlte.<br \/>\nWaris Dirie hat zwei S\u00f6hne. Sie lebt seit 2009 in Danzig. Ihr j\u00fcngster Sohn ist in Wien geboren.<\/p>\n<p>Trotz ihres Einsatzes gegen die Genitalverst\u00fcmmelung bei M\u00e4dchen lie\u00df sie ihren \u00e4ltesten Sohn beschneiden und rechtfertigte dies mit \u00e4sthetischen und hygienischen Gr\u00fcnden: \u201cWe had Aleeke circumcised in the hospital a day after he was born. This is very different from female genital mutilation; that should never even be called circumcision &#8211; it\u2019s not. In males it\u2019s done for medical reasons &#8211; to ensure cleanliness. I could hear Aleeke crying when they did it but he stopped as soon as I held him. Despite my strong feelings about FGM, I knew it was the right thing to do. My son has a beautiful penis. It looks so good and so clean. The other day he told me he had to go to the bathroom. I said, \u2018You can do that alone, you are a big boy now,\u2019 but he wanted me to come and see him. His little penis was sticking up straight and clean. It was lovely to look at!\u201d<\/p>\n<p>Am 11. September 2013 er\u00f6ffnet Waris Dirie als Schirmherrin gemeinsam mit dem Krankenhaus Waldfriede als Kooperationskrankenhaus der Desert Flower Foundation das weltweit erste ganzheitliche, medizinische Zentrum zur Behandlung und Betreuung von FGM-Opfern in Berlin.<br \/>\nQuelle: http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waris_Dirie, 7. 3. 2015, 17.54h<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/oezgecan-aslan-540x304.gif\" alt=\"\" width=\"157\" height=\"89\" \/><\/p>\n<p><strong>\u00d6zgecan Aslan<\/strong><br \/>\nStudentin aus der T\u00fcrkei, ermordet am 11. Februar 2015 im Alter von 19 Jahren.<\/p>\n<p>\u201eIch denke an die H\u00e4nde einer jungen Frau aus Tarsus. Ich bin unterwegs, um ihren Eltern mein Beileid auszusprechen. W\u00e4hrend der Fahrt schaue ich immer wieder auf meine H\u00e4nde, die das Lenkrad umfassen. Ich bin nerv\u00f6s, obwohl ich in Tarsus aufgewachsen bin. So wie \u00d6zgecan Aslan.<br \/>\n\u00d6zgecan Aslan war 19 Jahre alt, als sie ermordet wurde. Sie stieg am Abend des 11. Februar in einen Minibus. Sie war der letzte Fahrgast. Der Fahrer versuchte sie zu vergewaltigen, sie wehrte sich. Zuerst w\u00fcrgte er sie, dann stach er auf sie ein. Mehrfach. Bevor sie ihren letzten Atemzug machte, schnitt der Mann ihre H\u00e4nde ab. Dann verbrannte er ihren Leichnam und lie\u00df ihn in einem Flussbett liegen. All das geschah in einer anatolischen Stadt an der S\u00fcdk\u00fcste der T\u00fcrkei, in der Provinz Mersin, unserer Heimat. Frauen wie \u00d6zgecan oder ich h\u00e4tten uns hier sicher f\u00fchlen m\u00fcssen. Doch wir sind mit dem Gef\u00fchl aufgewachsen, von potenziellen T\u00e4tern umgeben zu sein.<br \/>\nWie oft ich mir schon vorgestellt habe: \u201cWenn mich jemand angreifen sollte, dann zerkratze ich ihm das Gesicht, dann \u2026\u201d \u00d6zgecan hat genau das gemacht. Sie hat sich mit ihren H\u00e4nden gewehrt. Diese H\u00e4nde hat ihr M\u00f6rder abgeschnitten, in eine Klosch\u00fcssel geworfen und mit Bauschutt zugedeckt. Bei seiner Verhaftung sah man noch die Kratzspuren in seinem Gesicht, die \u00d6zgecan ihm zugef\u00fcgt hatte. Jetzt sind ihre H\u00e4nde zu einem Symbol f\u00fcr den Widerstand der Frauen in der T\u00fcrkei geworden.<br \/>\nMein Weg zu \u00d6zgecans Familie f\u00fchrt entlang der Strecke, die auch der Minibus gefahren ist. Immer wieder muss ich daran denken, dass das, was \u00d6zgecan zugesto\u00dfen ist, auch mich oder eine meiner drei Schwestern h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen. Wie oft bin ich panisch ausgestiegen, bevor der Bus meine Haltestelle erreichte, weil ich nicht der letzte Fahrgast sein wollte? Wie oft bin ich lieber zu Fu\u00df nach Hause gegangen? Aber das ist auch nicht viel besser, besonders nicht, wenn es schon dunkel ist. Dann schaust du dich nach jedem Schritt um. Verfolgt mich jemand? Wer ist noch auf der Stra\u00dfe unterwegs? Sind Frauen, Familien dabei?<br \/>\nAls ich mit meinen l\u00e4rmenden Gedanken bei \u00d6zgecans Eltern ankomme, \u00fcberrascht mich die Stille. Weder Gefl\u00fcster noch Klagen sind zu h\u00f6ren. Das Haus von \u00d6zgecans Familie liegt in einer Einbahnstra\u00dfe, ein zweist\u00f6ckiges violettes Geb\u00e4ude. Ein provisorisches Trauerzelt wurde aufgebaut. Das Haus ist zu klein f\u00fcr die vielen Menschen, die von \u00fcberall aus der T\u00fcrkei kommen, um \u00d6zgecan und jede get\u00f6tete Frau zu betrauern.<br \/>\n\u00d6zgecans Eltern sitzen im Zelt und nehmen die Beileidsbekundungen entgegen. Ich gehe zu ihnen. Ich sage, dass ich Journalistin sei und f\u00fcr die ZEIT arbeite. \u201cVon dem Leid unserer Tochter hat man also bis nach Deutschland geh\u00f6rt\u201d, sagt die Mutter. Sie weint. \u00d6zgecans Tante, die an der Seite steht, sagt: \u201c\u00d6zgecan hat immer gesagt: \u2018Ich bin ein besonderer Mensch.\u2019 Jetzt verstehe ich, was sie damit meinte. Sie sagte, sie werde Psychologin werden, den Menschen helfen und die Welt ver\u00e4ndern. Vielleicht ver\u00e4ndert sie die Welt nun auf diese Weise.\u201d<br \/>\n\u00d6zgecans Tod hat eine Debatte \u00fcber Gewalt gegen Frauen ausgel\u00f6st. Zu Tausenden sind sie auf die Stra\u00dfe gegangen, um gegen den Hass, der ihnen entgegenschl\u00e4gt, zu demonstrieren. Auf Facebook und Twitter schreiben sie, dass sie sich in unserem Land nicht sicher f\u00fchlen. Unter dem Hashtag\u00a0<em>#sendeanlat\u00a0<\/em>(\u201dErz\u00e4hl du es auch\u201d) teilen sie ihre Erfahrungen mit Bel\u00e4stigung und Vergewaltigung, die sie bisher meinten verheimlichen zu m\u00fcssen. Auch M\u00e4nner beteiligen sich an den Protesten.<br \/>\nWoher aber kommt diese Verachtung f\u00fcr Frauen in unserem Land?<br \/>\nEs war nicht immer so. Spricht man mit Frauen aus der Generation meiner Mutter, h\u00f6rt man Dinge wie: \u201cAn Sommerabenden gingen wir zusammen mit unseren Freunden und Freundinnen aus dem Viertel ins Open-Air-Kino.\u201d Solche Kinos gab es in meiner Jugend nicht mehr. Der Milit\u00e4rputsch 1980 zeigte seine Wirkung besonders in kleinen St\u00e4dten wie Tarsus. Er brachte Armut, Angst, Nationalismus und Konservatismus. Anders als die Frauen der Generation meiner Mutter hatten meine Freundinnen und ich als Jugendliche Angst rauszugehen, wenn es dunkel wurde und kein m\u00e4nnliches Familienmitglied dabei war. Wir mussten uns rechtfertigen, wenn wir uns mit Schulkameraden anfreundeten, und wurden ermahnt, dass wir schief angeguckt w\u00fcrden. Die Menschen zerrei\u00dfen sich den Mund und man gilt schnell als \u201cleichter Happen\u201d, wenn man eine selbstbewusste Frau ist. Junge M\u00e4nner behandeln dich so, als w\u00e4rst du einfach zu haben. Respekt erf\u00e4hrt man nicht.<br \/>\nHeute, als erwachsene, selbstbewusste und unabh\u00e4ngige Frau, verstehe ich, dass die Verachtung kein Zufall ist. Sie hat Struktur. Politik und Patriarchat sorgen daf\u00fcr, dass Frauen eingesch\u00fcchtert werden. Sie w\u00fcrgen Frauen ab \u2013 mit Worten und mit H\u00e4nden.<br \/>\nNach der Ermordung von \u00d6zgecan sagte Pr\u00e4sident Tayyip Erdo\u011fan in einer Rede: \u201cGott hat die Frauen den M\u00e4nnern anvertraut.\u201d Frauen werden \u201canvertraut\u201d, als w\u00e4ren sie eine Sache, auf die man Acht geben m\u00fcsste. Als Frauenorganisationen ihn f\u00fcr diese Aussage kritisierten, sagte er: \u201cIhr habt doch nichts mit unserer Zivilisation, unserem Glauben, unserer Religion zu tun.\u201d Er meinte die Feministinnen. Er definierte sie als gottlos, als Feind.\u201c<br \/>\nBUR\u00c7AK BELLI<br \/>\nDieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 9 vom 26.02.2015.<br \/>\nhttp:\/\/www.zeit.de\/2015\/09\/gewalt-gegen-frauen-tuerkei-oezgecan-aslan; 7. 3. 2015, 17.59h<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-49\" src=\"https:\/\/gal.uni-ak.ac.at\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/images-11.gif\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"98\" \/><\/p>\n<p>Ein weiterer Themenpunkt ist vielleicht knapper erkl\u00e4rt, umfangreicher w\u00e4re er in jedem Fall \u2013 denn diesen \u201ezweiten Reminder\u201c widme ich all jenen Frauen, die nirgendwo besonders genannt werden, in keinem Lexikon, Artikel, nicht in Wikipedia oder sonst wo im Internet. Frauen, die durch ihre unersetzliche Leistung in allen Bereichen des Lebens \u00fcberall auf der Welt das \u201eLeben\u201c, wie man es kennt, m\u00f6glich machen, unterst\u00fctzen, realisieren, mitgestalten. All die quasi Anonymen, die positiv oder eben nicht so positiv Existenzen beeinflussen und begleiten, eine Zeit lang, lange, sehr lange:\u2028Das ist eine Verbeugung vor den M\u00fcttern, Nicht-M\u00fcttern, Schwestern, Freundinnen, Geliebten, Ehefrauen, Vertrauten \u2013 vor de facto der H\u00e4lfte der Welt, der guten wie der weniger guten. Eine Verbeugung vor allen Frauen aller L\u00e4nder und Epochen: Ohne Euch und uns\u2026geht gar nichts.<\/p>\n<p>Aktuell kann ich aber dennoch nicht umhin, mein Mi\u00dffallen an, meine Sorge um die kontempor\u00e4ren Situation der Frauen \u2013 und nicht nur der Frauen \u2013 weltweit zu unterstreichen, und erlaube mir, das ausnahmsweise mit einem polemischen Kommentar zu tun:<br \/>\n\u201eDer Johanna-Dohnal-F\u00f6rderpreis<br \/>\nentstand 2004 als Geburtstagsgeschenk der SP\u00d6-Frauenorganisation an Johanna Dohnal,<br \/>\ndamals \u2013 schon \u2013<br \/>\nein Zeichen gegen Studiengeb\u00fchren<br \/>\nF\u00dcR den freien Zugang zur Bildung<br \/>\nden freien CHANCENGLEICHEN Zugang zur Bildung<br \/>\nein Zeichen, ein Orientierungszeichen oder Symbol f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen<br \/>\nf\u00fcr Studentinnen und junge Wissenschaftlerinnen<br \/>\nein Zeichen gegen<br \/>\nVorurteile<br \/>\nWertewahnsinn<br \/>\nUngerechtigkeit<br \/>\nnegative Diskriminierung<br \/>\nBenachteiligungen aller Art.<\/p>\n<p>etwas mehr als 10 Jahre sp\u00e4ter<br \/>\n&#8211; nun ja,<br \/>\nich hatte gedacht<br \/>\nDANN<br \/>\nauf gewisse Dinge nicht mehr hinwiesen zu m\u00fcssen, weil sich die Welt eindeutiger zum Besse-ren ver\u00e4ndert h\u00e4tte<br \/>\nweil<br \/>\nfrei und gleich unter Gleichen<br \/>\ngleiches Recht, gleiche Pflichten<br \/>\ngleiche Wertigkeit f\u00fcr welches Weltbild immer<br \/>\nsich l\u00e4ngst v\u00f6llig durchgesetzt habe<br \/>\nund zwar hier wie dort<br \/>\n&#8211; wie weltweit<br \/>\n&#8211; und weltweit wenigstens ein bi\u00dfchen\u2026<\/p>\n<p>Johanna Dohnal hat formuliert,<br \/>\nder Preis werde ein Mahnmal, ein Zeichen f\u00fcr den freien Zugang zur Bildung bleiben,<br \/>\nein Stachel im Fleisch dieser Gesellschaft.<br \/>\n\u201eDie Vision des Feminismus\u201c, so Dohnal, \u201eist nicht eine weibliche Zukunft. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzw\u00e4nge, ohne Macht- und Gewaltverh\u00e4ltnisse, ohne M\u00e4nnerb\u00fcndelei und Weiblichkeitswahn.\u201c<br \/>\nSp\u00e4testens nach dem Sommer 2014 und nach den vergangenen Monaten<br \/>\nsehen Sie mich zerknirscht und m\u00fcde<br \/>\nob der noch immer &#8211;<br \/>\noder sollte es hei\u00dfen \u2014wieder &#8211; vorherrschenden<br \/>\nDummheit<br \/>\nIgnoranz<br \/>\nBrutalit\u00e4t<br \/>\nhier wie \u2026anderswo\u2026.<\/p>\n<p>Und ich meine noch nicht mal Motive wie den<br \/>\nProfessorinnenanteil an Universit\u00e4ten<br \/>\ndie \u201egl\u00e4serne Decke\u201c<br \/>\ndie Problematik von Beruf UND Familie<br \/>\ndie Gehaltsunterschiede\u2026und so weiter\u2026<\/p>\n<p>Ich denke auch nicht \u2013 allein &#8211; an die<br \/>\nuns\u00e4gliche Debatte um S\u00f6hne und T\u00f6chter in unserer Bundeshymne<br \/>\noder einen S\u00e4nger, dem zuzuh\u00f6ren ich ohnedies nicht schaffe \u2013<br \/>\nich denke vielmehr an den \u2013<br \/>\nallt\u00e4glichen Schwachsinn\u2026<br \/>\nwos a Frau z tuan hot<br \/>\nde facto eine Regression<br \/>\nin ganz banalen Gespr\u00e4chen quasi zwischen T\u00fcr und Angel<br \/>\nund<br \/>\nan Frauen<br \/>\ndie von ihren V\u00e4tern gesteinigt werden<br \/>\nDirektiven von Mitgliedern des europ\u00e4ischen Parlaments<br \/>\n&#8211; die \u201emal Frauen schlagen ist OK\u201c \u2013 predigen<br \/>\nich denke an vergewaltigte, ermordete M\u00e4dchen und Frauen<br \/>\nweibliche Embryonen, die Aufgrund ihres Geschlechts get\u00f6tet werden\u2026m\u00fcssen<br \/>\nZurechtweisungen, Abmahnungen durch weise FRAUEN<br \/>\ngegen J\u00fcngere\u2026 in Sachen Jeans<br \/>\nTilgung der Schande einer Vergewaltigung<br \/>\ndank Ermordung des Opfers<br \/>\nPr\u00fcgelfreiheit gegen\u00fcber Frauen<br \/>\nEhrenmorde<br \/>\nk\u00f6pfen wegen der verbrecherischen Anhaftung an das falsche religi\u00f6se Bekenntnis<br \/>\nall das<br \/>\nunterf\u00fcttert von wahnhaften<br \/>\nbehauptet gottgef\u00e4lliigem Gelabere \u2026<\/p>\n<p>aber \u2013 das alles geschieht<br \/>\nDOCH SO WEIT VON UNS ENTFERNT<br \/>\nganz weit weg\u2026<br \/>\nnicht hier<br \/>\ndas ist nicht unsere Sache<br \/>\nTeil- oder Ganzk\u00f6rperverh\u00fcllung kann uns wurscht sein\u2026<\/p>\n<p><em>So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!\u00a0<\/em><br \/>\nDie Sentenz, die in leicht unterschiedlichen Variationen tradiert wird, stammt von Jesus Christus<br \/>\nund sie zielt sehr wohl<br \/>\nauf die Trennung von Staat und Kirche<br \/>\nauf ein Prinzip<br \/>\ndas Gesetze<br \/>\nvon religi\u00f6sen Vorschriften trennt.<br \/>\nWenn wir ein Recht auf freie Religionsaus\u00fcbung haben<br \/>\nhaben wir auch ein recht auf Distanz zu jedweder Religion.<\/p>\n<p><em>\u201eDimidium facti qui coepit habet: sapere aude.\u201c\u00a0<\/em>\u2013 \u201eWer begonnen hat, hat schon zur H\u00e4lfte ge-handelt. Wage zu denken!\u201c (Horaz)<br \/>\nDas ist die Basis der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung<br \/>\n\u2026wage zu wissen<br \/>\n\u2026wage Dich Deines Verstandes OHNE fremde Anleitung zu bedienen<br \/>\ndenke ohne Vorschrift, der Du nicht zustimmen kannst.<\/p>\n<p>In jedweder Epoche gab es Frauen<br \/>\ndie in den unterschiedlichsten Disziplinen<br \/>\nGro\u00dfes geleistet haben<br \/>\nund die in ihrer Zeit<br \/>\ndurchaus bekannt gewesen sind<br \/>\nund<br \/>\nmit zielgerichteter Regelm\u00e4\u00dfigkeit<br \/>\nwurden diese Frauen<br \/>\n\u2026vergessen<br \/>\ngel\u00f6scht<br \/>\nihre Leistungen einfach nicht tradiert.<\/p>\n<p>Ich hatte gehofft<br \/>\n&#8211; DAS haben wir hinter uns, das ist aktuell nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich hatte gehofft<br \/>\ndas RECHT AUF BILDUNG<br \/>\nauf Ausbildung, Schulung<br \/>\nw\u00e4re allgemein anerkannt<br \/>\naber ich mu\u00df gesellschaftliche Konstruktionen sehen<br \/>\ndie die Steinzeit modern wirken lassen<\/p>\n<p>Malala Yousafzai<br \/>\nwird in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhalten<br \/>\n&#8211; das ist ein wichtiges Zeichen<br \/>\nf\u00fcr die Welt ganz allgemein.<br \/>\nNur, das wird die Idioten, Fanatiker, Eiferer<br \/>\n&#8211; verzeihen Sie mir die freche Reihung &#8211;<br \/>\nnicht kl\u00fcger, offener machen.<\/p>\n<p>So alt ich wom\u00f6glich werden darf<br \/>\nich werde nie verstehen<br \/>\nda\u00df es<br \/>\nWERTE<br \/>\nunterschiedliche<br \/>\nWERTUNGEN<br \/>\ngibt<br \/>\ndie Frauen als<br \/>\nduldende, leidende, dumme Untergebene<br \/>\nabh\u00e4ngige<br \/>\nfremdbestimmte Wesen determinieren<br \/>\ndie noch nicht mal ihre Kleidung frei zu w\u00e4hlen geeignet bleiben.<br \/>\nZahlen wir etwa keine Steuern??<br \/>\nSterben wir nicht, bluten wir nicht, haben wir nicht \u2013 dieselben Krankheiten wie<br \/>\n&#8211; Nicht-Frauen???<br \/>\nHaben wir nicht dieselben \u00c4ngste, Tr\u00e4ume, W\u00fcnsche?<br \/>\nHaben wir nicht<br \/>\ndasselbe Recht auf ein Leben nach unseren Vorstellungen?<\/p>\n<p>Wo steht das geschrieben \u2013<br \/>\nund wenn es wo geschrieben st\u00fcnde<br \/>\n&#8211; m\u00fcssen wir uns an jeden Quatsch halten, der vor Tausenden Jahren formuliert worden ist?<br \/>\nSind wir immer noch<br \/>\nB\u00dcRGER INNEN<br \/>\nMENSCHEN<br \/>\nzweiter Klasse?<\/p>\n<p>Oh ja,<br \/>\nviele Grauenhaftigkeiten geschehen weit weg von unserer Haust\u00fcre<br \/>\naber wir sollten sehr wohl<br \/>\nachtsam sein<br \/>\nwas VOR der T\u00fcre ist<br \/>\nkann durchaus<br \/>\nmal reinkommen\u2026wollen.<\/p>\n<p>Erinnern wir uns:<br \/>\nwie lange ist es her, da\u00df Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemannes einen Job annehmen DURFTEN<br \/>\n&#8211; hier bei uns &#8211;<br \/>\nin diesem Paradies<br \/>\nder Insel der Seligen<br \/>\nseit wann ist die Unterschrift der Mutter<br \/>\ngleichwertig der des Vaters?<\/p>\n<p>Das Familienrecht, das in \u00d6sterreich bis Mitte der 19-siebziger Jahre Geltung hatte, stammte in wesentlichen Teilen aus dem Jahr 1811. Es r\u00e4umte dem Mann eine absolute Vormachtstellung ein. Das Verh\u00e4ltnis zwischen den Familienmitgliedern war kein partnerschaftliches, sondern ein hierarchisches. Der Mann galt als das \u201cHaupt der Familie\u201d, er konnte seiner Frau beispielsweise verbieten, berufst\u00e4tig zu sein, und er hatte die \u201cv\u00e4terliche Gewalt\u201d \u00fcber die gemeinsamen Kin-der. Der Frau war es nicht gestattet, einen Passantrag oder Lehrvertrag f\u00fcr ihre Kinder zu unter-schreiben. Durch die Familienrechtsreform Mitte der siebziger Jahre wurde das Modell der patri-archalen Versorgungsehe durch ein partnerschaftlich orientiertes ersetzt.<\/p>\n<p>1976 ja, erst 1976 trat das \u201cKernst\u00fcck\u201d der Familienrechtsreform in Kraft, das Gesetz \u00fcber die pers\u00f6nlichen Rechtswirkungen der Ehe. Es geht vom Grundsatz aus, da\u00df Mann und Frau in der Ehe gleiche Rechte haben. Der Mann kann der Frau nicht mehr verbieten, berufst\u00e4tig zu sein.<br \/>\nDie weitere Geschichte kennen Sie sehr gut.<br \/>\nNoch in den 1950er\/60er Jahren konnte man von kirchlicher Seite folgendes h\u00f6ren:<br \/>\n\u201cGrunds\u00e4tzlich sei nur ausgef\u00fchrt: Die Familie sei eine Gemeinschaft [\u2026] Sie bestehe aus der F\u00fchrung durch den Vater und die Hingabe der Mutter, Ehrfurcht und Gehorsam der Kinder. Eine zu weit gehende Gleichberechtigung der Ehegatten st\u00f6re die Gemeinschaft. [\u2026] Man m\u00fcsse die gottgewollte Ordnung [\u2026] ber\u00fccksichtigen.\u201d<\/p>\n<p>Soviel zu unserem zivilisierten Mitteleuropa.<\/p>\n<p>\u201eFrauen haben sich die ganze lange Geschichte des Patriarchats an Gewalt gew\u00f6hnt, ja viel-leicht gew\u00f6hnen m\u00fcssen.<br \/>\nDennoch: Was heute immer noch viele Frauen ihren S\u00f6hnen entschuldigen, ihren Partnern oder M\u00e4nnern verzeihen und ihren T\u00f6chtern als Opferverhalten anerziehen, wirkt gegen die Unab-h\u00e4ngigkeit und W\u00fcrde von Frauen.\u201c<\/p>\n<p>Nicht allein diese Zitat von Johanna Dohnal unterstreicht die Bedeutung<br \/>\ndie ihre Position<br \/>\nund die ihre Leistungen<br \/>\nihre Art zu denken<br \/>\nauch und gerade aktuell<br \/>\nweiterhin haben.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen uns nicht mehr<br \/>\nnie mehr<br \/>\nwegnehmen lassen<br \/>\nwas erreicht worden ist.<br \/>\nEs geht nicht allein um die<br \/>\nUnabh\u00e4ngigkeit und W\u00fcrde von Frauen \u2013<br \/>\nmir scheint<br \/>\nes geht um die W\u00fcrde der Menschheit.<\/p>\n<p>WIR SIND ALLE GLEICH VIEL WERT.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen keinen Schritt zur\u00fcckweichen<br \/>\n\u2013 noch nicht mal nen halben.<br \/>\nDenn eine Welt<br \/>\nin der Menschen<br \/>\nFrauen UND M\u00e4nner<br \/>\nnicht mehr ihren Vorstellungen folgen d\u00fcrfen<br \/>\nihren W\u00fcnschen, Tr\u00e4umen<br \/>\nja sogar der Illusion von Freiheit<br \/>\neine Welt kurzum der MANNIGFALTIGKEIT<br \/>\ndie s\u00e4mtliche M\u00f6glichkeiten offen l\u00e4\u00dft<br \/>\nohne politische und religi\u00f6se Fesseln<br \/>\nw\u00e4re keine, die zu prolongieren sei.\u201c<\/p>\n<p>Geschichte des Frauentags<br \/>\nZum ersten Frauentag am 19. M\u00e4rz 1911 kamen in D\u00e4nemark, \u00d6sterreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach dem Wahlrecht f\u00fcr Frauen. Seit 1921 wird der Frauentag am 8. M\u00e4rz begangen.<br \/>\nDie Feiern zum 8. M\u00e4rz haben nun schon eine gewisse Tradition.\u2028Wie alle Traditionen mu\u00dfte auch der 8. M\u00e4rz zuerst \u201eerfunden\u201c werden, mu\u00dften Anla\u00df und Begr\u00fcndung \u201egefunden\u201c werden.\u2028\u00dcber die Geschichte dieser Erfindung herrscht Uneinigkeit. Je nachdem, welches Erfordernis aus den entsprechenden Kontexten gezogen werden kann, bleibt de facto modulierbar, was am 8. M\u00e4rz gefeiert wird und woran zu erinnern sei.\u2028W\u00e4hrend der \u201cZweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz\u201d in Kopenhagen 1910 soll die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) die Errichtung eines \u201cInternationalen Frauentages\u201d vorgeschlagen haben \u2013 zun\u00e4chst ohne Bindung an ein konkretes Datum. US-amerikanische SozialistInnen hatten bereits 1909 den letzten Sonntag im Februar zum \u201cNationalen Tag der Frau\u201d deklariert. 1911 wurde anl\u00e4\u00dflich des 40. Jahrestages der \u201cPariser Kommune\u201d am 18. M\u00e4rz in Paris, aber auch in Wien ein \u201cTag der Frau\u201d begangen. 1921 erkl\u00e4rte Lenin in Gedenken an den St. Petersburger Frauenaufstand vom 23. Februar 1917 \u2013 nach Julianischem Kalender der 8. M\u00e4rz \u2013 den 8. M\u00e4rz zum \u201cInternationalen Frauentag\u201d.\u2028Als Legende erwies sich in den 1980er Jahren die Verkn\u00fcpfung des Impulses der Feierlichkeiten mit einem spontanen Streik New Yorker Textilarbeiterinnen, die sich am 8. M\u00e4rz 1857 gegen niedrige L\u00f6hne und zunehmende Arbeitsbelastung sowie f\u00fcr eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung eingesetzt h\u00e4tten. Die Polizei habe der Demonstration ein blutiges Ende gesetzt, wobei nicht nur zahlreiche Frauen festgenommen, sondern einige auch zu Tode gekommen w\u00e4ren.\u2028F\u00fcnfzig Jahre danach \u2013 am 8. M\u00e4rz 1907 \u2013 wurde dieser Demonstration erstmals gedacht und seither j\u00e4hrlich daran erinnert.<br \/>\nUnterschiedliche historische, nationale und politische Interessen bestimmten auch wesentlich die Art der am 8. M\u00e4rz gestellten Forderungen &#8211; etwa das Frauenwahlrecht, arbeitsrechtliche Verbesserungen f\u00fcr Frauen oder die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern in allen Lebensbereichen.<\/p>\n<p>Der Arbeitskreis f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen m\u00f6chte am Internationalen Frauentag 2015 daran erinnern, da\u00df wir als Gremium auch Anlaufstelle f\u00fcr alle F\u00e4lle von\u2028 Diskriminierung aufgrund des Geschlechts\u2028der ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit\u2028der Religion oder Weltanschauung\u2028der sexuellen Vorlieben\u2028und des Alters sind\u2028\u2013und zwar f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen der Angewandten &#8211; StudentInnen, MitarbeiterInnen, Lehrende. Betroffene oder Informationssuchende sind jederzeit \u2013 unter striktester Wahrung ihrer Anonymit\u00e4t \u2013 eingeladen, sich an den AfG zu wenden.<\/p>\n<p>Mit kollegialen Gr\u00fc\u00dfen,\u2028Marion Elias<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kurz Internationaler Frauentag oder Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen f\u00fcr die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-45","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitskreis-fuer-gleichbehandlungsfragen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45\/revisions\/50"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gender.dieangewandte.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}